Zum Gedenken an Martha Ekyo Maezumi

Zum Gedenken an Martha Ekyo Maezumi

Gedenken an Ekyo Maezumi

Ekyo-San Maezumi starb friedlich am Sonntag, den 10. April 2022, in ihrem Haus in Kalifornien.

Ekyo war die Ehefrau unseres verstorbenen geschätzten Lehrers und Gründers der White-Plum Zenlinie, Taizan Maezumi Roshi.
Sie waren seit 1975 verheiratet und haben drei Kinder: Kyrie, Yoshi und Yuri, und ein Enkelkind.

Sie war eine Pionierin des westlichen Zen, das Rückgrat der Sangha, und eine Stütze für alle.

Ihr Tod markiert das Ende einer Ära und ist ein Gebet für die Heilung der White Plum Sangha.

Sie wurde vom Sangha geliebt und wir werden sie sehr vermissen.

Gedenken und Erinnerungen

Als ich 1988 anfing, mich für Zen zu interessieren, war ich häufiger Kunde in der Zen-Ecke im Sternverlag in Düsseldorf. Neben Shunryu Suzukis „Zen-Geist – Anfänger-Geist“ war eines der ersten Bücher, die ich dort erstand, das Buch von Taizan Maezumi Roshi „Das Herz des Zen“ – der englische Titel ist „Appreciate Your Life“. Dieses Buch prägte meine Vorstellung von Zen – und diese Vorstellung war damals recht romantisch.

Meinen „Großvater“-Lehrer Maezumi Roshi habe ich nie kennengelernt, aber ich bin froh und dankbar, dass ich – viel später – seine Ehefrau Ekyo-San kennenlernen durfte: meine Familie und ich wohnten damals im Kanzeon Zen Center in Salt Lake City. Wir hatten ein kleines Zimmer dort – ein Stockwerk über Ekyo-San, so dass wir etwa zwei Jahre gemeinsam im selben Haus lebten.

Ekyo-San und ihre Kinder, Kyrie, Yoshi und Yuri, die oft zu Besuch waren, wurden – zusätzlich zu Genpo Roshi – zu meiner Verbindung zum Gründer der White-Plum-Linie und füllten das Buch „Appreciate your Life“ mit Leben. Wir hörten Geschichten aus den 70er Jahren in Los Angeles, wir hörten von glücklichen Zeiten, aber auch von weniger glückhaftem Leben und Leiden.

Wie gut, dass Ekyo selber drei Kinder großgezogen hatte, lange Zeit auch in einem Zen Zentrum. Niemals beschwerte sie sich über die Trappel-Füße von Carl und Toni – im Gegenteil: wenn sie auf Reisen ging übergab sie vertrauensvoll die Pflege ihrer Katze und des Papageis den beiden Jungs. Der Papagei war mir selbst unheimlich – aber die Kinder kamen gut mit ihm zurecht.
Carl und Toni „erbten“ Dinge, die Yuri Maezumi längst zu klein geworden waren und besonders stolz waren sie auf seinen Baseball-Handschuh und den Baseball.

Ich besuchte Ekyo hin und wieder in ihrer zum Atelier umgebauten Wohnung im Basement. Ein riesiger Tisch war übersät mit Zeichnungen, meist großformatige Tuschebilder. Sie war eine Meisterin der Tusche und in der Kunst trafen wir uns, denn ich selbst hatte auch Kunst studiert. Hier ein Eindruck ihrer Virtuosität – mehr finden Sie hier:

Still, fast scheu, habe ich Ekyo-San in Erinnerung, aber von großer Kraft. Das Basement des Hauses 1268 East-South-Temple wirkte in den Jahren ihrer Anwesenheit wie ein Energiezentrum. Menschen, die sie in dieser Zeit kannten formulierten es so: „Als sei dort eine große Batterie gewesen, die nach draußen strahlte…“ und sie erinnerten sich an Ekyo als jemanden, der Menschen sein lassen konnte, wie sie sind; und zuhören konnte ohne irgendeine eigene Wertung.

Ich habe in alten Photos aus dieser Zeit gesucht und fand auch jene, die den Umzug von Ekyo-San aus dem Zen Zentrum in eine andere Wohnung in Salt Lake City zeigen, bevor sie dann später nach Kalifornien weiterzog. Es war ein Abschied, aber für Ekyo offensichtlich auch ein Aufbruch, weg von der Sangha – vielleicht auch befreit.
Besonders berührt war ich deshalb, als Ekyo-San trotz der Entfernung meiner Dharma-Transmission (Shiho) im Jahr 2018 beiwohnte – dort schloss sich für mich ein Kreis, der 30 Jahre vorher mit Maezumi Roshis Buch „Appreciate Your Life“ begonnen hatte.

Nun bin ich traurig – gemeinsam mit der ganzen Sangha und besonders für Kyrie, Yoshi und Yuri – dass Ekyo-San weitergezogen ist, umgezogen nach ganz weit weg und doch in unser aller Herzen. Ich wünsche ihr eine gute Reise.

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